Cannabis: Schluss mit der Heuchelei!

Jetzt dürfen also, dank des Kölner Verwaltungsgerichts, drei Menschen in Nordrhein-Westfalen Cannabis für ihren persönlichen Bedarf anbauen. Weil sie an ganz bestimmten Krankheiten leiden, „austherapiert“ sind, sich die kriminell teuren Cannabis-Medikamente nachweislich nicht leisten können, und ihre Wohnungen ausreichend einbruchssicher sind. Gut für die drei.

Andere Kranke, die „nur“ ein Glaukom haben oder „nicht ausreichende“ Schmerzen, haben Pech gehabt. Und alle anderen, die einfach nur ab und an einen Joint rauchen möchten, sowieso. Das liegt nicht am Kölner Gericht. Das hat immerhin einen mutigen Schritt getan. (So absurd es ist, dass dieser Schritt tatsächlich mutig ist.) Ein Gericht kann die Droge nicht legaliseren. Das können nur die Politiker.

Und euch, Damen und Herren Politiker, frage ich hiermit: Wann gedenkt ihr mit der Verlogenheit und Heuchelei des Cannabis Verbots Schluss zu machen? 90 Prozent der Drogentoten in der aktuellen Statistik sind am Alkohol gestorben. Alkohol, das belegen nicht nur unzählige Studien, das belegt auch die praktische Erfahrung von Ärzten, Drogenexperten, Suchtmedizinern, geschlagenen Ehefrauen und Kindern, Opfern von Verkehrsunfällen etc., Alkohol ist um ein zigfaches tödlicher, gesundheitsschädlicher, suchtgefährdender und sozial riskanter als Cannabis.

Aber niemand denkt daran, Alkohol zu verbieten. Nicht nur, weil selbst die verbohrtesten Politiker/innen vermutlich die richtigen Lehren aus der Prohibition in den USA gezogen haben. Wo die Mafia zusätzlich zum weiter konsumierten aber nun halt illegalen und entsprechend teureren Alkohol, massenhaft billiges Heroin auf den Markt gebracht hat. Sondern auch, weil höchstwahrscheinlich einige dieser verbohrten Politiker/innen schwerste Entzugserscheinungen bekämen, wenn man ihnen ihr Weinchen, ihr Likörchen, ihren Digestiv, ihren Schampus etc. wegnehmen würde.

Ich finde, es reicht jetzt endgültig mit dieser zweierlei-Maß-Politik. Hört auf, die Kids zu kriminalisieren! Eine Sechzehnjährige, die sich ins Koma säuft, landet im Krankenhaus. Eine Sechzehnjährige, die dabei erwischt wird, dass sie ihrer Freundin ein kleines Piece abgibt, bekommt einen Eintrag im Strafregister. Hört auf, erwachsene Leute zu stigmatisieren und zu kriminalisieren, weil sie lieber einen Joint rauchen als ein Glas Wein oder eine Flasche Bier zu trinken. Es hat noch keine/r aufgehört, zu kiffen, nur weil das verboten ist. Aber es hat schon der eine und die andere Gras erwischt, das zu hochprozentig war und anstatt angenehm zu turnen, halluzinogen wirkte. Auf dem illegalen Markt hat man keine Qualitätskontrolle.

In legalen Coffeeshops ist eine gewisse Qualitätsgarantie gegeben. Man kann auswählen, welches Dope oder Gras man möchte. Die Preise sind verträglich. An Jugendliche wird nichts verkauft. (Und sage jetzt bloß keiner, „aber dann kaufen andere für sie ein!“ Genau das geschieht täglich mit Alkohol. Ohne, dass er deswegen verboten würde.)

Es gibt eine Unzahl von hochseriösen Argumenten für die Legalisierung von Cannabis. Lest sie! Es gibt seriöse Szenarien für die praktische Umsetzung der Legalisierung. Lest sie!  Und hört endlich auf zu heucheln und zu lügen!

Legalize it!

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