Sixty to go – Buchbesprechung

Sechzig Leute müssen über die Grenze gebracht werden. Sie sind auf der Flucht vor Verfolgung und Tod. Die Rede ist von Juden, politisch Verfolgten und solchen, die sowohl das eine als auch das andere sind. Ort der Handlung: Die Côte d´ Azur. Zeitpunkt:  1941. Anders gesagt: Der noch unbesetzte Süden Frankreichs, regiert vom Vichy-Regime. Die kleine Truppe, die diesen Flüchtlingen hilft, nach Spanien zu kommen und von dort, vielleicht, hoffentlich, in ein wirklich sicheres Land, riskiert zumindest ihre Freiheit. Möglicherweise aber auch ihr Leben.

Ich habe selten einen Roman gelesen, der ein „schweres Thema“ – die Flucht vor der nationalsozialistischen Verfolgung – so leichtfüßig angeht und dabei so intensiv, gut informiert, mitreißend. Ruth Landshoff-Yorck, deutsche Jüdin und Schriftstellerin, lebte in den Dreißigerjahren selbst an die Côte d´ Azur und emigrierte schließlich in die USA. 1944 veröffentlichte sie dort ihren Roman „Sixty to go“. Eine Hommage an Frauen und Männer, die selbst kaum politisch aktiv waren aber die Nazis hassten und deren Verbündete in Frankreich: Starke Frauenfiguren, differenzierte Männerporträts, Humor, Ironie und ein fundiertes Wissen um die ganz reale Gefahr, in die diese Menschen sich begaben, um andere zu retten.

Ich habe dieses Buch in einem Zug durchgelesen. Es zieht einen/eine in seinen Bann, gerade, weil es nicht von klassischen Helden handelt. Und ich bin Doris Hermanns von Herzen dafür dankbar, dass sie es nicht nur kongenial übersetzt sondern auch einen Verlag für die deutsche Ausgabe gefunden hat.

Ruth Landshoff-York: Sixty to go. Roman vom Widerstand an der Riviera, AvivA Verlag, 18,90 Euro

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