Mörderinnen-Schwemme

Mir reicht´s jetzt werte Tatort-Drehbuchautorinnen und -Autoren! Seit zwei Jahren sind die Mörder im Tatort vorzugsweise Frauen. Wenn es mal eine wäre, mit nachvollziehbaren Motiven – okay. Aber ihr habt in den letzten ein, zwei Jahren eine regelreche Mörderinnen-Schwemme produziert. Dabei will der Tatort doch – auch, und von Münster mal abgesehen  – halbwegs gesellschaftliche Realität abbilden, oder? Und die sieht anders aus: 2013 saßen nach Berechnung des Statistischen Bundesamtes 1. 994 Männer und nur 110 Frauen lebenslänglich in Haft. Jetzt dürft ihr nachrechnen, wie hoch der reale Prozentsatz von Mörderinnen in Deutschland ist.

Und noch etwas: Mädchen wie die junge Frau gestern Abend, die von der Mutter ausgesetzt wurden, weil sie aus einer Vergewaltigung stammen, und die das von der Mutter, deren Liebe sie suchen, mitgeteilt bekommen – solche Mädchen gibt es in der Realität durchaus. Nur: die bringen dann sich selbst um oder versuchen sich mit Heroin zu trösten oder gehen Männern auf den Leim, die sie ausnutzen und/oder erniedrigen. Aber sie ermorden nicht eine ganze Familie, einschließlich Kind.

Also, guckt mal wieder auf die Realität. Die kann auch spannend sein.

 

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Ein Gedanke zu „Mörderinnen-Schwemme

  1. Völlige Zustimmung. Das Ding war ja handwerklich gar nicht schlecht gemacht, aber diese Geschichte war mehr als nur ärgerlich. Eine Kollegin von mir prägte vor Jahren mal das Bonmot, der Tatort sei der letzte Hort des Realismus in den Programmen der ARD – davon ist immer weniger übrig.

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