Abenteuer Altwerden 3

Mein Rücken hat sich mal wieder gemeldet. Diesmal in der ganz fiesen Version. Ich habe eine wunderbare Osteopathin und weiß, sie wird mir auch diesmal helfen. Ich weiß aber auch: Das wird wiederkommen. Und es wird vermutlich auch noch schlimmer werden.

Und nun? Nun kann ich versuchen, das umzusetzen, was ich inzwischen nicht nur theoretisch (halbwegs) begriffen habe: Es nützt nichts, mich dagegen zu wehren. Es nützt nichts, zu hoffen, dass das doch noch irgendwie wieder heil wird. Alt werden – und sein – bedeutet, dass der Körper nicht mehr so funktioniert, wie wir es gerne hätten. Dass wir nicht mehr alles von ihm verlangen können. Dass er uns Schmerzen bereitet. Nicht unbedingt immer, aber immer wieder.

Okay, Bewegung, möglichst an der frischen Luft, gesunde Ernährung, gezielte Gymnastik oder sonstige Therapien, das kann helfen. Und genauso auch eine liebevolle Beziehung, soziale Kontakte, Freundschaften, ein offener Geist und ein offenes Herz. All das kann das Voranschreiten der Krankheit, des Gebrechens, der Beschwerden vielleicht  verzögern und/oder die Symptome lindern.

Dennoch: Wir alle werden geboren, werden krank und alt und sterben. Das hat nicht nur der Buddha erkannt, das ist empirisch belegt. Die entscheidende Frage ist also nicht: Wie kann ich Krankheit oder eine Verschlimmerung bereits vorhandener Beschwerden und Erkrankungen vermeiden? Die entscheidende Frage ist: Wie gehe ich damit um?

Auf diese Frage haben kluge und erfahrene Menschen ein paar hilfreiche Antworten gefunden. Eine, die vermutlich entscheidende, lautet: Let it be. Lass es sein. Für mich heißt das: Ich akzeptiere, dass ich diese Krankheit, diese Einschränkung habe, und sie wohl nicht mehr weggehen wird. Dass ich also mit ihr leben muss. Und dass es mein Leben leichter macht, wenn ich mit dieser Tatsache nicht hadere, sie oder mich nicht dafür hasse, etc., pp. Sondern mir sage: Okay, so ist es. Was kannst du jetzt Gutes für dich tun?

Humor zum Beispiel hilft immer. Gut ist auch Selbstironie (sofern sie nicht mit bitter-zynischen Kommentaren verwechselt wird). Hilfreich ist es, bei Schmerzen nicht automatisch sofort etwas dagegen unternehmen zu wollen, sondern sie „einfach“ eine Weile zu beobachten, wahrzunehmen, zu spüren. Manchmal vergehen sie dann sogar von selbst. Oder ich stelle fest: Eigentlich kann ich die grade aushalten. Während das Immer-sofort-auf-alles-reagieren mich nur innerlich hektisch macht und die verzweifelte – und sinnlose – Hoffnung aufrecht hält, mit dem richtigen Medikament, der richtigen Bewegung, dem richtigen Trick würde der Schmerz vergehen und nie wiederkommen, die Krankheit doch heilen und überhaupt alles für immer gut werden…

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3 Gedanken zu „Abenteuer Altwerden 3

  1. Liebe Ingrid,

    alt werden, ist nicht schoen – aber OK. Das unterschreibe ich voll und ganz :))) und wuensche dir, dass deine Rueckenschmerzen sich bald verziehen und moeglichst lange brauchen, bis sie meinen wiederkehren zu muessen.

    Herzliche Gruesse von Tina, die am Donnerstag ihr erstes Ersatzteil montiert bekommt: eine kuenstliche Linse.

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